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Infektionshygiene.de © Oktober 2012 Andreas Ruhnau

Legionellen

Legionellen (Legionella) sind gramnegative Bakterien. Alle Legionellen sind als potenziell humanpathogen einzustufen. Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila, die für etwa

90 % aller Erkrankungen verantwortlich ist.


Legionellen sind Umweltkeime, ihr primäres Reservoir ist das Süßwasser. Ihr Vorkommen wird von der Wassertemperatur beeinflusst. Ideale Bedingungen für ihre Vermehrung finden Legionellen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 °C (Temperaturoptimum 37 °C). Bei Wassertemperaturen oberhalb von 60 °C sterben sie relativ schnell ab. Legionellen können auch in kaltem Wasser vorkommen, sich dort jedoch bei Temperaturen unter 20 °C nicht mehr nennenswert vermehren. Günstige Bedingungen finden Legionellen in künstlichen Wasseranlagen, vor allem in großen Warmwasseranlagen mit umfangreichen Rohrsystemen. Biofilm und Ablagerungen bietet ihnen eine optimale Lebensgrundlage. Stagnation kann zu erhöhten Keimzahlen im Wasser führen. Besonders ältere und schlecht gewartete Wassersysteme sind daher anfällig für Legionellenkontaminationen. Legionellen stehen maßgeblich mit dem Warmwasser-Niedrigtemperaturbereich im Zusammenhang. Eine akzeptabel niedrige Legionellenbesiedlung ließe sich relativ zuverlässig mit Temperaturmessungen bestätigen und ist in nach den derzeitigen Regeln der Technik gebauten und betriebenen Gebäuden auch anzunehmen. Die neue Fassung der DVGW 551 fordert auch in Altgebäuden einen aktuellen technischen Standard und minimiert somit das Risiko einer Legionellenverkeimung.


Eine Legionelleninfektion kann sich als Pontiacfieber oder Legionellen-Pneumonie manifestieren.


Pontiac-Fieber: Nach einer Inkubationszeit von 5-66 Stunden kommt es in den meisten Fällen des Pontiac-Fiebers zu grippeähnlichen Erscheinungen mit Abgeschlagenheit, Myalgien, Husten, Fieber und Kopf-, Glieder- und Thoraxschmerzen, die nach wenigen Tagen ohne medikamentöse Behandlung und ohne Folgeerscheinungen wieder abklingen. Zahlen im Rahmen des Pontiac-Fiebers sind, da viele Infektionen nicht bekannt werden, nur schwer zu erfassen.


Legionella-Pneumonie: Bei der ebenfalls durch eine Legionelleninfektion nach 2-10 Tagen Inkubation ausgelösten Legionella-Pneumonia (Legionärskrankheit) reicht der Schweregrad der Erkrankung von Husten mit leichtem Fieber bis hin zur beatmungspflichtigen Pneumonie mit Multiorganversagen. Es können sich z.T. schwerwiegende gesundheitliche Schäden herausbilden, die nur antibiotisch behandelt werden und bei unbehandelten Fällen zum Tode führen können.